Piscine du Mosque in Charloroi

Beim Besuch entdecken wir ein sehr weit verfallenes Gebäude. Aber hinter der maroden Fassade steckt eine bunte Vergangenheit. Im Jahr 1865 wählten die Brüder Solvay zusammen mit anderen Unternehmern den Standort Charloroi zur Gründung einer Chemie-Fabrik und legten damit den Grundstock zu ihrem späteren Firmen-Imperium. Ende 1938 wurde ein Freizeitzentrum für die Arbeiter erbaut. Konzipiert wurde es im modernistischen Stil vom Architekten Eléazar Cozac. Der kubische Baukörper mit vorgesetzter Glasrotunde beherbergte im Erdgeschoss ein 25 m langes Schwimmbecken und darüber einen Theater- und Veranstaltungssaal für 700 Sitzplätze. Weiterhin gab es ein Casino, ein Restaurant, ein Geschäft und Räume für diverse soziale Aktivitäten. Anfänglich war die Nutzung des Schwimmbades nur den Familien der Solvay-Mitarbeiter vorbehalten, aber schon bald öffnete es sich auch für Schulen und Sportvereine der Region.

1998 wurde das Schwimmbad geschlossen. Die übrigen Räumlichkeiten wurden noch bis 2004 verwendet, dann folgte die finale Schließung des Freizeitzentrums. Im den Folgejahren wurde es turbulent. Das Gebäude wurde an einen Moscheeverein veräußert, der Verein hatte auch mit Arbeiten am Inneren begonnen, aber die Arbeiten wurden irgendwann eingestellt. Dann Besetzung durch Wohnungslose. Ende Dezember 2019 gab es eine Versteigerung,  der neue Besitzer Raphaël Pollet plante die ursprüngliche Funktion wieder herzustellen. Seitdem ist wenig Fortschritt zu erkennen. Das Gebäude wird mehr und mehr zur Ruine. Aber auch die Ruine lässt einen die erfolgreichen und prosperierenden Zeiten der Chemieindustrie in Charloroi erahnen.

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