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Fallas 2023 in Denia

Aktualisiert: 1. Feb.

Die Geschichte der Fallas geht vermutlich auf das 18. Jahrhundert zurück, auf eine Tradition der Zimmerleute. Sie räumten zum Ende des Winters ihre Werkstätten aus und verbrannten die Holzabfälle, vor allem Holzkisten mit rudimentären Puppen und Figuren aus Wachs, die am 19. März, dem Josefstag, dem Schutzpatron der Zunft, in Flammen auf gingen. Seit dem 20. Jahrhundert ist aus dem Brauch eine Zunft und Kunst geworden, die des Falla-Bauers oder artista fallero. Die Kunsthandwerker begannen zu experimentieren, mit Karton, Pappmaché und Polystyrol immer größere, höhere und teurere Gebilde zu bauen.

Die Fallas gehören zu den spektakulärsten Fiestas in der Region Valencia, so auch in Denia.

Jedes Jahr zwischen dem 15. und 19. März werden die Straßen mit Farbe, Musik und spektakulären Figuren überflutet, um ein weltweit einzigartiges Fest zu feiern: Las Fallas.

15./16. März - auf einmal stehen sie da, elf haushohe Figuren tonnenschwer, gigantisch, schrill, bunt und lebendig präsentieren sie sich neben elf kleinen Kinderfiguren in den Straßen und auf Plätzen, dem Publikum.

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Die Fallas spiegeln das spanische Lebensgefühl wieder wie sonst keine andere Fiesta.

In den Tagen gibt es täglich Böllerkonzerte – mascletàs – in den Straßen, nächtliche Feuerwerke – castillos – und die Nit del Foc, die „Feuernacht“ am 19. März. Es lärmt, posaunt, kracht, raucht, bebt und brennt in der Stadt.

Viele Falleros werfen sich während den Fallas in Schale – die Frauen mit Reifröcken und an den Ohren zu Schnecken aufgedrehten Haaren, die Männer in Kniebundhose und mit Kopftuch, die traditionelle valencianische Tracht. Für die Musik sorgen zig Musikkapellen, die Tag und Nacht aus ihren Instrumenten herausholen, was diese hergeben.

Die elf Kunstwerke können bewundert werden, ehe am 19. in der Nacht aus ihnen ein Häufchen Asche wird. Zuvor allerdings wählt eine Jury die besten Werke in einzelnen Kategorien, dass ist für die Falleros ein bedeutender Moment.

Der Wettbewerb ist hart, und jeder Verein versucht, die anderen beim Bau ihrer Kunstwerke zu übertreffen. In Dénia buhlen auch dieses Jahr wieder 11 Fallas-Vereine um den ersten Preis der Kategorie „Especial“.

Für auswärtige Gäste ist es bisweilen schwierig, das Fest zu verstehen. Doch die meterhohen Figuren stehen für Satire, sie nehmen Politiker aufs Korn und ziehen die Obrigkeit durch den Kakao. Sie sind irgendwo zwischen Kitsch und Kunst anzusiedeln - auf jeden Fall sind sie spektakulär.

Die Hochburg der Fallas ist Valencia und seit 2022 sind sie Unesco-Weltkulturerbe.

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